Mindestens haltbar bis siehe Ende.

Texte von Hans Georg Hildebrandt, mehr oder weniger aktuell.

Trumpismus: Von der Unmoral verspiesene Zivilgesellschaft

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Warum sollte man jemanden respektieren, der einen Populisten wählt? Diese Leute haben ganz klar keine Moral und keine Empathie, beides Grundlagen eines zivilisierten Zusammenlebens.

Der Trumpismus wird als Beginn des Endes der Demokratie (oder dessen, was wir dafür hielten) in die Geschichte eingehen. Als der Zeitpunkt, ab dem das Faustrecht des Kapitals endlich als selbstverständlich akzeptiert wurde. Unter den Populisten-Anhängern gibt es einen Teil, der autoritär beherrscht werden möchte und einen Teil, der einfach nur seine mehr oder minder grossen Privilegien wahren will. Aus diesen ergibt sich eine beträchtliche Schnittmenge. Sie fühlt sich bereits jetzt in der Mehrheit, auch wenn sie noch in der Minderheit ist, erwartet aber ein rasches zahlenmässiges Wachstum und hofft, es den aktuell mächtigen «Eliten» dann so richtig geben zu können.
Den Mitgliedern der Populisten-Schnittmenge ist gemeinsam wichtig, dass es unter ihrer Schicht eine Schicht von Schwachen gibt, die geknechtet und gedemütigt und im Extremfall vernichtet werden darf. Diese unterste Schicht war schon immer da und es ging ihr in der Demokratie schon immer schlecht, aber in Zukunft wird sie ausfindig gemacht und bewusst gepeinigt, um die Wählermassen durch gemeinsames Begehen von moralischen Abgründigkeiten zusammenzuschweissen.

Auch Frauen dürfen von Trumpisten gedemütigt und verachtet werden, einfach für ihr Frausein und ihre körperliche Unterlegenheit. «Know your Place», wie es immer heisst, wenn jemand Aufmüpfiges weiblichen Geschlechts oder sonstwie tief in der Nahrungskette Stehendes zurechtgewiesen wird. In der Faustrecht-Society kann jeder diesen Satz irgendwann mal sagen, denn es gibt immer einen Schwächeren. Sogar, wenn man eine Frau ist (ich erinnere daran, dass es eine Frau war, die Michelle Obama einen «Ape in Heels» (Affen auf Absätzen) nannte).

Die beherrschten Schichten imitieren die moralischen Abgründigkeiten, welche von der Führungsschicht zwecks Machterhalt begangen werden. Sie dürfen dadurch gewissermassen teilhaben am grossen Mechanismus der Unterdrückung – ein befriedigendes Lebensgefühl. Man muss aber sehen, dass die systematische Vernichtung der Lebensgrundlagen unserer Kinder, oder unsere Behandlung von Tieren in der industriellen Zucht, schon jetzt moralisch abgründig sind und auf Unverschämtheit basieren.

Insofern ist, was jetzt kommt, bloss eine Demaskierung und ein Verschieben der Ebenen. Es sollte sich allerdings kein Fan des Trumpismus sich zu sehr darauf verlassen, dass er für immer zu den Stärkeren zählen wird. Eine Welt ohne Moral ist für die allermeisten Leute ein gefährlicher Ort, wenn auch zugegebenermassen unvergleichlich spannender als eine Uni mit Transgendertoiletten. Steht übrigens alles schon in Orwells «Animal Farm» zu lesen. Wurde als Schulstoff aber vermutlich abgeschafft zugunsten von Kursen im Googeln. (Wenn ich nur endlich aufhören könnte, über diese Scheisse nachzudenken.)

Written by hghildebrandt

16. November 2016 um 9:59 am

Veröffentlicht in im Vorbeigehen

Eine Antwort

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  1. To the point – so sehr, dass es schmerzt!

    Jeroen

    25. Juli 2019 at 11:06 am


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